Du investierst schon in P2P Kredite und bist mit den Ergebnissen zufrieden, hast aber wenig Kapital, dass Du einsetzen kannst? Jetzt kommt Dir die Idee einen sehr günstigen Kredit* aufzunehmen (bei diesem Anbieter bekommst Du, solides Einkommen und gute Bonität vorausgesetzt, bis zu 50.000 Euro Kredit – weitere Anbieter siehe Vergleich auf der P2P Kredite Startseite). Mit den Zinsen und Tilgungen aus den P2P Krediten willst Du dann Deinen eigenen Kredit tilgen. Da z.B. das Mintos* Zinsniveau im Moment bis zu 15% p.a. hoch geht erscheint das attraktiv. Auf diesen Ansatz sind in der derzeitigen Niedrigzinsphase schon mehrere Anleger gekommen. Es ist eine der gängigen Fragen im Forum, ob sich kreditfinanzierte Anlage in P2P Kredite lohnt (z.B. hier , hier und hier diskutiert) und ob das sinnvoll ist. Die Meinung im Forum gehen dazu auseinander.
Analyse der Vorgehensweise beim Invest mit Fremdkapital in P2P Kredite
Bevor ich nun aber auf den Sinn oder Unsinn und zu Meinungen komme, erst mal ganz sachlich, wie ich vorgehen würde, wenn ich Investieren auf Kredit in P2P tatsächlich durchführen wollte. Nachdem ich den Kredit beantragt und bekommen hätte stellt sich die Frage nach der Auswahl der Plattform und Kriterien für die Kredite.
Ich würde etablierte Plattformen mit hoher Liquidität wollen. Ganz wichtig wäre auch, dass ich das Kapital schnell diversifiziert anlegen könnte. Denn wenn es Wochen dauern würde das Kapital zu investieren, müsste ich in der Zeit ja schon Zinsen für meinen Kredit zahlen. Und schließlich würde ich unter Risikoerwägungen eine Streuung über mehrere Anbieter wollen.
Konkret könnte das in der derzeitigen Marktlage z.B. so aussehen:
- 50% würde ich auf Mintos* investieren. 50% sind zwar ein ziemliches Klumpenrisiko was das Plattformrisiko angeht, aber ich würde über mindestens 10 Anbahner diversifizieren, so dass das Ausfallrisiko je Anbahner eingegrenzt wäre. Bei Mintos ist auch ein großer Betrag binnen 1-2 Tagen vollständig investierbar, die Zinsen sind hoch und der Zweitmarkt ist liquide. Laufzeiten würde ich von kurz bis mittel wählen.
- 15% würde ich auf Bondora Go&Grow* investieren. Das wäre meine Liquiditätsreserve, sollte aus irgendeinem Grund bei Mintos, der Zweitmarkt temporär nicht mehr so liquide sein. Zwar drücken die nur „6.75%“ Zinsen die Rendite aber das würde ich in Kauf nehmen
- 10% würde ich auf Linked Finance* investieren. Moment warum denn gerade die? Hatte ich nicht gesagt Liquidität? Die haben doch gar keinen Zweitmarkt? Und zudem eine Gebühr? Ja, aber hier steht das „etabliert“ im Vordergrund, sie sind nicht wie die anderen im Baltikum (Diversifikation) und wenn ich Kredite mit ein- oder zweijähriger Laufzeit wählen würde entstehen automatisch planbare monatliche Rückflüsse. Nachteil ist, dass es bei Linked Finance länger als bei den anderen Plattformen dauern wird, bis das initiale Kapital investiert ist.
- 25% würde ich auf anderen Plattformen verteilen, wie z.B. Iuvo*, dabei nicht mehr als 10% pro Plattform.
Nicht geeignet für den Zweck sind aus meiner Sicht Immobilienplattformen wie Estateguru* oder Crowdestate* (auch wenn die Rendite durchaus gut sein kann, viele der Darlehen dort sind endfällig oder die Rückzahlung verschiebt sich oft über den Plantermin). Auch nicht nehmen würde ich für diesen Ansatz ganz junge Plattformen wie z.B. Crowdestor* oder Envestio.
Ist der Invest mit Fremdkapital auf P2P Plattformen nun wirtschaftlich sinnvoll?
Nun, wenn alles nach Plan läuft, würde in dem obigen Ansatz schon eine sehr ordentliche Rendite erwirtschaftet. Die 12% aus dem Titel sind zwar – auch aufgrund meiner Plattformselektion – nicht darstellbar, aber 10% p.a. sind (nach Abzug der Kreditkosten) durchaus möglich. Die 10% sind vor Steuer, zu beachten ist das steuerlich die Kosten für den aufgenommen Kredit nicht gegen die Zinsen gegengerechnet werden können (zu Steuerfragen bitte einen Steuerberater konsultieren). Der Aufwand ist auch überschaubar. Der Kredit kann komplett digital beantragt werden und in obigem Beispiel müsste ich Accounts auf 6 Marktplätzen einrichten und managen. Das würde mich ein paar Stunden am Anfang kosten und dann vielleicht noch 1-2 Stunden pro Monat.
Ganz grob überschlagen könnte ich bei einem 50.000 Euro Kredit im ersten Jahr ca. 5.000 Euro Gewinn machen.
Meine Meinung dazu
Ich würde nie Kapital aufnehmen, um es zu investieren. Meine Erfahrungen bei der P2P Anlage habe ich allesamt durch Invest von Kapital gemacht, dass ich mir erarbeitet hatte. Die Risiken einer Finanzierung auf Pump halte ich persönlich in Relation zum Ertrag für zu groß. Was wenn es schiefgeht? Zwar ist, bei einer Verteilung wie oben beschrieben, ein Totalverlust extrem unwahrscheinlich, aber was wenn z.B. die 50%, die in Mintos investiert sind, uneinbringlich werden? Jeder Anleger sollte die persönlichen Konsequenzen im Falle eines Falles durchdenken, bevor er sich für eine solch riskante Strategie entscheidet. aus dem selben Grund bin ich auch immer sehr skeptisch, wenn ich lese, dass Anleger einen Wertpapierkredit aufnehmen um in Aktien zu investieren.
Andererseits: Wirtschaftlich sinnvoller als einen Sportwagen auf Kredit zu kaufen ist ein Invest in P2P Kredite mit Fremdkapital allemal.
Habt ihr’s schon gemacht? Teilt doch gerne Eure Erfahrungen in den Kommentaren und im Forum. Ich bin gespannt!